Die
Mehrzahl der Produkt- und Verfahrensinnovationen basieren auf verbesserten bzw.
neuentwickelten Materialien und Werkstoffen und bilden damit die Grundlagen für
zukünftige Technologieentwicklungen.
Der
Fachbereich „Umwelt und Energie“, hervorgegangen aus dem Fachbereich „Neue
Materialien und Werkstoffe/Umwelttechnik“ hat in den vergangen Jahren seinen
Forschungs- und Entwicklungsarbeit weiter ausgebaut und auf neue Arbeitsfelder
erweitert.
Lag
das Augenmerk der Tätigkeit dieses Fachbereichs in der Vergangenheit vorrangig
im Bereich der Baustoffentwicklung für den Tief- und Rohrleitungsbau, so sind
in den letzten Jahren weitere Schwerpunkte auf dem Gebiet der Bauverfahren
sowie des Hochwasserschutzes und der Nutzung regenerativer Energien, hier
insbesondere der Geothermie, hinzugekommen.
Als
eine der bekanntesten und erfolgreich in den Markt eingefügten
Baustoffentwicklung ist hier der WBM Weimarer Boden-Mörtel®, ein fließfähiges
Verfüllmaterial für Leitungsgräben zu nennen. In Weiterführung dieser
Entwicklung wurde im letzten Jahr eine insbesondere für Innenstädte geeignete Verfüll-
und Einbautechnologie für Kopflöcher mit innovativen Baustoffkomponenten und
Einbauverfahren erfolgreich abgeschlossen.
Desweiteren wurde im Rahmen einer
Studie zur Verwertung von Aushubböden und Recyclingbaustoffen eine geeignete
ökologische Langzeitfaserbewehrung untersucht und Verbesserungen der
bodenmechanischen Parameter nachgewiesen.
Auf
dem Gebiet des Hochwasserschutzes liegt der Schwerpunkt neben der
Baustoffentwicklung auf dem Gebiet neuer Deichsanierungsverfahren. So wurden in
den vergangen Jahren verschiedene innovative Deich sanierungsverfahren u.a.
eine Deichoberflächenabdichtung, die aufgrund der Eigenschaften eines
modifizierten Tongemisches mittels Spritztechnik hergestellt werden kann,
entwickelt. Außerdem konnte in Zusammenarbeit mit Verbundpartnern ein
innovatives Fräs-/Mischverfahren zur Herstellung einer Innendichtung im Deich,
welches das anstehende Deichbaumaterial mit speziellen Zusatzstoffen vermischt,
bis zu praxisreifen Lösungen geführt werden.
Mit
PRODICON „Land Protection by Improvement of Dike Construction“ war die FITR gGmbH
erstmals auch an einem, durch das FITR initiierten und von der EU geförderten
CRAFT-Projekt beteiligt. In diesem Forschungsvorhaben arbeiteten Partner aus
Holland, Polen, Tschechien und Deutschland gemeinsam an der Entwicklung eines
Deichsanierungsverfahrens zum gezielten Einbau von modifiziertem Ton mittels
Injektion. Hierdurch können Fehlstellen, Hohl-räume und Undichtigkeiten im
Deich abgedichtet werden.
Die
kontinuierliche Verfügbarkeit von ausreichend Energie ist der entscheidende
Wirtschaftsfaktor der Zukunft. Aufgrund des ständig wachsenden Energiebedarfs
und der abnehmenden Verfügbarkeit der klassischen Energiequellen Öl und Gas
steigt die Nachfrage nach alternativen Energieformen. Deshalb wurde am
Fachbereich "Umwelt und Energie“ seit 2004 mit der Arbeit auf dem Gebiet
der Nutzung regenerativer Energien begonnen.
Ein
Arbeitsschwerpunkt bildet hierbei die Nutzung der Geothermie, als eine
unerschöpfliche, erneuerbare, umweltschonende und wirtschaftlichePrimärenergiequelle. Mehrere Forschungs- und
Entwicklungsarbeiten auf diesem Gebiet laufen zurzeit bzw. befinden sich in der
Beantragung. So wurde die Entwicklung eines neuen Rohrmaterials als Grundlage
für eine neue Generation von Erdwärmesonde bzw. auch anderen Wärmetauscher und
an einer neuen Einbautechnologie für Erdwärmesonden mit neuen innovativen
Verfüllmaterialien erfolgreich abges-chlossen und erprobt.
Aufgrund
der steigenden Nachfrage auf dem Gebiet der Geothermie gibt es inzwischen auch
Probleme mit der Qualität gebauter Erdwärmesondenanlagen. Ziel eines weiteren
F/E- Vorhaben in Verbund mit Industriepartnern ist es deshalb ein geeignetes
Qualitätssicherungs und –überwachungsverfahrens zu entwickeln.
In
einem Vorlaufforschungsvorhabens „Geothermiefeld“ werden derzeit
Wechselwirkungen zwischen Erdsonden in einem Erdsondenfeld sowie mit der
Geologie und Hydrologie des Standortes unter Langzeitbedingungen genauer
betrachtet. Verschiedene Anlagen wurden und hierzu mit geeigneter Messtechnik
ausgestattet und im Betrieb untersucht.