Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat die
Erforschung von Naturerscheinungen und deren Anwendung auf die Technik große
Fortschritte erzielt. Hervorzuheben sind dabei u. a. die Erkenntnisse auf
dem Gebiet sich selbstreinigender Oberflächen („Lotus-Effekt“) sowie der Reibungsverminderung
an Oberflächen („Haifisch-Haut“), die in Zusammenarbeit von Naturwissenschaftlern
und Ingenieuren zu interessanten technischen Lösungen führten.
Inspiriert
von diesen Entwicklungen hat das FITR-Forschungsinstitut für Tief- und
Rohrleitungsbau gemeinnützige GmbH den Fachbereich Leitungsbionik ins Leben
gerufen, um Vorbilder aus der Natur als Grundstock für Innovationen im
Rohrleitungsbau zu nutzen. Im Vordergrund stehen dabei selbstreinigende, sichere
und effektive Rohrleitungen.
Auf
Grund von Vorbildern aus Flora und Fauna entstand die Idee, die Innenseite von
Rohrleitungen zu strukturieren, um dem Problem von Ablagerungen
entgegenzutreten und eine gezielte Beeinflussung des Flüssigkeits- und Feststofftransportes
in Rohrleitungen zu erwirken.
Im Rahmen mehrjähriger Entwicklung konnten
makroskopische Strukturen für die Rohrinnenflächen geschaffen werden, die
selbst bei niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten und bei geringem Gefälle durch Erzeugung
von künstlichen Wirbeln in der wandnahen Zone den Abtrag von Feststoffen
beschleunigen und eine erneute Sedimentation im Abwasser- bzw. Kanalnetz verhindern.
Des Weiteren wird sich der Vorbeugung
von Gasunglücken gewidmet, bei denen nicht nur materielle Schäden auftreten sondern
Menschen oft schwere mitunter sogar tödliche Verletzungen erleiden. Zwei
Unfallschwerpunkte, Baggerangriff und Manipulation, sind dafür verantwortlich.
Entwickelt wird ein Rohrleitungssystem für
gasförmige und andere Medien, dass selbständig über ein Sensorsystem
unkontrollierte Belastungen und Gasaustritte erfassen soll. Ideengeber ist
dernatürliche Prozess der Informationsübertragung
über das Nervensystem. Das technische System beruht auf einer hoch auflösenden
Ermittlung der Rohrlänge durch einen in das Rohr integrierten
Sensor-Wellenleiter.
Quelle: egeplast
Darüber hinaus liefern Konstruktionen der
Natur auch für die Optimierung von Bauteilen interessante Vorlagen. Im
Speziellen für einen reibungsfreien Strömungswächter mit elastischem
Verschlussmechanismus.
Das Prinzip des Schließens basiert auf dem
Durchschlag-Effekt, der bei Wirkung eines kritischen Druckes zum Umklappen
eines rotationssymmetrischen gewölbten Metallkörpers führt.
Quelle: TU Ilmenau
Seit
kurzem wird sich damit beschäftigt, nach dem biologischen Prinzip der
Oberflächenvergrößerung und der evolutionären Optimierung eines Rohrbogens ein
Erdwärmesondensystem zu schaffen, welches sich durch Erhöhung des Wärmeaustausches
und Reduzierung von Strömungsverlusten auszeichnet.