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Die
Mehrzahl der Produkt- und Verfahrensinnovationen basieren auf
verbesserten bzw. neu entwickelten Materialien und Werkstoffen, d.h. "Neue
Materialien" bilden die Grundlagen für zukünftige
Technologieentwicklungen und tragen somit im entscheidendem Maße zur
Sicherung und Ausbau der Wettbewerbsposition entwickelter
Industrieländer bei. Die Entwicklung neuer Werkstoffe und Materialien
und der darauf aufbauenden Technologien und Anwendungsfelder sind für
eine Nachhaltigkeit der Wirtschaft u.a. eng mit den Anforderungen aus
Umwelt- und Naturschutz und damit der Umwelttechnik verbunden. |
Aufbauend auf diesen
Erkenntnissen wurde in den vergangenen Jahren im FITR der
Forschungskomplex "Neue Materialien und Werkstoffe/Umwelttechnik" für
den Tief-und Rohrleitungsbau auf- sowie ausgebaut und entsprechende
wissenschaftliche Kapazitäten (z. B. 4 Dipl.-Ing. für
Baustoffverfahrenstechnik und Baustoffe) in das Institut integriert
sowie die material- und versuchstechnische Grundlagen für die
Entwicklung, Prüfung und Qualitätssicherung neuer Baustoffe und
Werkstoffe durch den schrittweisen Auf- und Ausbau eines Baustofflabors
auf dem Versuchsfeld geschaffen.
Besonderes Augenmerk wurde in
der Vergangenheit u.a. auf die Entwicklung und Weiterentwicklung
neuartiger fließfähiger selbstverdichtender Verfüllmaterialien als
Grundlage für neue Verfahrens- und Technologienentwicklungen im Tief-
und Rohrleitungsbau gelegt.
Diese Entwicklungsarbeit auf dem
Gebiet der stabilisierten Verfüllmaterialien wurde am FITR im Rahmen
des Projektes "Neuartige Wärmeverteilung" 1996 begonnen und führte zu
zwei nationalen und einer internationalen Patentanmeldungen der
FITR-Gesellschaft für Innovation im Tief- und Rohrleitungsbau Weimar
mbH.
Aufbauend auf dem neuen Stoffsystem wurde eine
Herstellungs- und Einbautechnolgie für diesen Baustoff entwickelt bzw.
für diesen neuen Baustoff modifiziert und in einer Vielzahl von
Versuchsbaustellen bis zur Praxisreife weiterentwickelt und durch
verstärkte Akquisition und die bundesweite Durchführung von
Referenzobjekten erfolgreich in den Markt eingeführt.
Inzwischen
wurden zahlreich Lizenzverträge, u.a. in Thüringen, Sachsen-Anhalt,
Sachsen, Hessen, Bayern, Berlin und Brandenburg abgeschlossen. Im
Rahmen eines Projektes "Stofflich-technologische
Weiterentwicklung von stabilisierten Verfüllmaterialien" wurden die
stofflichen und technologischen Einflussparameter für die Herstellung,
den Einbau und die Eigenschaften der selbstverdichtenden
Verfüllmaterialien (Boden-Mörtel) gezielt untersucht und eine erste
großtechnische Anlage in der Landeshauptstadt Erfurt gemeinsam mit der
Gesellschaft für Leitungsbau und Umwelttechnik Erfurt mbH (GLU),
gefördert durch das BMWi, errichtet.
Darüber hinaus wurden Handelsvertreterverträge in Frankreich, Griechenland und den VAR abgeschlossen. Aufgrund der
derzeitigen Nachfrage kann mit weiteren Lizenzvereinbarungen in naher Zukunft gerechnet werden.
Bei der
Umsetzung der Forschungs- und Entwicklungsarbeit in die Praxis ergaben
sich für dieses neuartige Stoffsystem neben dem Einsatz als Verfüll-
und Bettungsmaterial von Rohrleitungen immer neuere Anwendungsfelder,
die eine Weiterentwicklung, Modifizierung und Anpassung des
Baustoffs sowie der Herstellungs- und Einbautechnologie erforderlich
machen, so dass derzeit eingeschätzt werden kann, dass die technische
Entwicklung bei weitem noch nicht abgeschlossen und insbesondere die
möglichen Einsatzfelder bisher nur Ansatzweise erschlossen sind.
In
folgenden Projekten wird deshalb in Fortführung dieser Arbeit an der
Thematik "Neue Verfüllmaterialien" weiter gearbeitet und u. a. nach
weiteren neuen Anwendungsfeldern und auch Stoffsystemen gesucht, z. B.:
zur
Bodenbehandlung/Verwertung von kontaminierten Böden und
Klärschlammaschen in fließfähigen selbstverdichtenden
Verfüllmaterialien:
- "Untersuchungen zur
Schwermetalleinbindung in stabilisierte Böden unter Verwendung von
thermisch aktivierten tonmineralhaltigen Stoffen und
Klärschlammaschen", gemeinsame Bearbeitung mit dem Institut für Bau-
und Grobkeramik im Rahmen des WKB, gefördert durch das TMWAi.
zur Verwertung von Aschen als Grundmaterial bzw. Bindemittel für fließfähigen selbstverdichtende Verfüllmaterialien:
-
"Einbettung von erdverlegten Rohrleitungen mittels selbstverdichtenden
Verfüllmaterialien unter Verwendung von Aschen" in Zusammenarbeit mit
der MVV Energie AG, gefördert durch das BMWi.
zur Verbesserung der Trinkwasserqualität und Verringerung der Verlegetiefe von Rohrleitungen:
- "Einsatz von Blähglas im Tief- und Rohrleitungsbau" gefördert durch das BMWi.
Die
Erfahrungen des FITR mit solchen neuen Materialien und Baustoffen,
deren modifizierbaren Eigenschaften, Herstellungs- und
Einbautechnologien sollen zukünftig weiter ausgebaut und für neue
Anwendungs- und Einsatzfelder, z. B. für die Entwicklung "Alternative
Verfahren zur Sanierung von Deichanlagen" bzw. "Neue Technologien zur
Herstellung der Kerndichtung von Deichanlagen", genutzt werden und
kurzfristig zu praxisreifen Lösungen u.a. für diese neuen
Anwendungsfelder führen.
Neben diesen aktuellen
Forschungsschwerpunkten sind weitere Neuentwicklungen geplant, die sich
insbesondere mit dem Einsatz neuer Materialien und Stoffsysteme für
unterschiedliche Anwendungen im Straßen- und Tiefbau auseinandersetzen.
Weitere Informationen erhalten Sie auch unter: Boden-Mörtel
Ansprechpartner:
Dipl.-Ing. U.Büchner
e-mail: ute.buechner@fitr.de