Inhaltsverzeichnis
- Zusammenfassung
- Problemformulierung
- Boden-Mörtel, ein neuartiger Baustoff
- Zur Integration des Boden-Mörtels in das Regelwerk
- Zur Nachweisführung relevanter technischer Anforderungen
- Herstellen der Leitungs- und Verfüllzone mit Boden-Mörtel
- Die technischen, ökologisch und ökonomischen Effekte
- Zur Markteinführung
- Versuchsstrecken
- Literatur
5. Zur Nachweisführung relevanter technischer Anforderungen
Wegen der Vielartigkeit der für Boden-Mörtel in Betracht kommenden natürlichen Böden und RC-Baustoffe muß eine Vorgehensweise für Eignungsprüfungen entwickelt werden, welche sich auf die wesentlichen Nachweise und Nachweisverfahren abstützt.
5.1 Klassifikationsvorschlag für Aushubböden
Es wird empfohlen, die in der Bodenmechanik und im Grundbau übliche Korngrößenverteilung mit den Korngrößengruppen als Klassifizierungsmerkmale zur Beschreibung der Eigenschaften und Beschaffenheit von Aushubböden zu übernehmen.
Dieses Ordnungssystem könnte auch für die Eignungsprüfungen von RC-Baustoffen als Grundmaterial für Boden-Mörtel übernommen werden.
5.2 Relevante Kennwerte für Eignungsprüfungen
5.2.1 Frostwiderstand
Boden-Mörtel sollte bezüglich Frost nach der im Straßenbau geltenden Technischen Prüfvorschrift für Boden-Bindmittel-Gemische, [12] Teil B 11.1, beurteilt werden. Hiernach wird der Frostwiderstand an Probekörpern nach der Masseveränderung und der Druckfestigkeit nach 12 Frost-Tau-Wechseln bewertet.
Die erste Frostprüfung eines Boden-Mörtels auf der Basis von Mischabbruchgranulat verlief erfolgreich.
5.2.2 Verformungsmodul EV
Hierfür gilt der Plattendruckversuch nach DIN 18 134 [9] und die Anforderungen gemäß ZTVA-StB 89, [8] (vgl. Abschn. 1.5.2...3) sowie ZTVE-StB 94, [13] (vgl. Abschnitt 1.4.7 ff).
5.2.3 Verformungsmodul EB
Der Verformungsmodul des Bodens in der Leitungszone wird gemäß Arbeitsblatt A 127 [10] über die vorgeschriebenen Proctordichten errechnet. Für den funktionalen Zusammenhang zwischen dem Verformungsmodul EB und der vorgeschriebenen Proctordichte Dpr für die vorliegende Bodengruppe gilt die dort angegebene Formel 3.01.
5.3 Relevante Kennwerte für die Überwachung der Herstell- und Einbauprozesse
Da die Fragestellungen zur Qualitätssicherung bei der Herstellung und dem Einbau noch nicht tief genug bearbeitet worden sind, beschränkt sich die Darstellung vorerst auf die Konsistenzüberwachung.
Da die Verarbeitungskonsistenz des Boden-Mörtels u. a. erheblichen Einfluß auf den geforderten Verformungsmodul und die Lagefixierung auftriebsgefährdeter Rohrleitungen besitzt, muß die Konsistenz des Boden-Mörtels während seiner Herstellung entsprechend eingestellt und überwacht werden. Wie sich herausgestellt hat, kann das Ausbreitmaß nach Abrams gemäß DIN 1048 [13] für den Boden-Mörtel übernommen werden.
5.4 Weitere Kennwerte
Zu den weiteren relevanten Kennwerten gehören u. a.: Erosionsbeständigkeit, Gasdurchlässigkeit (bei Gasleitungen), Wasserundurchlässigkeit (bei Wasser- und Abwasserleitungen), Verhalten unter Temperaturfeldern (bei Fernwärmeleitungen), die noch bezüglich der Nachweisverfahren für den Boden-Mörtel anzupassen sind. Immerhin konnten für Boden-Mörtel aus Mischabbruchgranulat und natürlichem Sand die Gasdurchlässigkeit bereits nachgewiesen werden.
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