
Zur Unterstützung von Instandhaltungs- und Rehabilitationsmaßnahmen an ihren Versorgungsleitungen werden den Netzbetreibern materialtechnische Zustandsuntersuchungen angeboten. Hierzu werden im WMR Weimar anhand von ausgewählten Rohrproben Kenngrößen messtechnisch ermittelt und damit der technische Zustand des Rohrstrangs zuverlässig bewertet. Untersucht werden die Rohrwerkstoffe Grauguss, Duktilguss und Stahl (Zustandsuntersuchung von Kunststoffrohren in Vorbereitung)
Aufgabenschwerpunkt Instandhaltung
Eine allgemeine Zustandsverschlechterung an Leitungen und Armaturen verursacht steigende Schadensraten und reduziert die technische bzw. betriebswirtschaftliche Nutzungsdauer und somit die Funktionsfähigkeit der Netze. Umso wichtiger sind Maßnahmen zur Erhaltung bzw. Verbesserung der Funktionsfähigkeit der Netze, da hier rund 60 - 80% des Anlagevermögens eines Netzbetreibers gebunden sind. In DVGW-Arbeitsblatt W 400-3 und DVGW-Hinweis W 401 werden entsprechende Rehabilitationsplanungen als eine Option der Instandsetzung (Reinigung, Sanierung und Erneuerung) empfohlen. Rehabilitationsplanungen stützen sich zurzeit weitgehend auf die Trendprognose von Schadensraten und die Erfahrungen der Mitarbeiter. Der Einfluss wesentlicher Kenngrößen wie Werkstoffeigenschaften oder die Resttragfähigkeit des Rohres bleiben hierbei größtenteils unberücksichtigt. Bisher ist das Abschätzen der statischen Resttragfähigkeit (als Grundlage zur Auswahl kostengünstiger Sanierungsverfahren) eine Ermessensfrage, da keine einheitlichen Regelungen existieren. Über materialtechnische Untersuchungen werden die notwendigen Kenngrößen ermittelt, die eine zuverlässige Bewertung des technischen Zustands des Rohrstrangs ermöglichen. So lassen sich die Prognose der technischen Nutzungsdauer und Rehabilitationsplanungen auf eine solide Basis stellen.
Vorteile der materialtechnischen Zustandsuntersuchung
Den Netzbetreibern wird über das Konzept der materialtechnischen Zustandsuntersuchung die Möglichkeit gegeben, den tatsächlichen Zustand und Wert ihres Netzes zu erfassen. Weiterhin lässt die materialtechnische Zustandsuntersuchung im Vergleich zur Zustandsbeurteilung über Schadensraten eine Rohrnetzbewertung zu, ohne dass sichtbare Schäden eintreten müssen. Dadurch sind vorbeugende Maßnahmen (Sanierung) zum Substanzerhalt von metallischen Rohrleitungen möglich. Durch die Alternative der Leitungssanierung erschließen sich im Vergleich zu einer Leitungserneuerung Kosteneinsparpotenziale von ca. 15 - 50 % und eine Verlängerung der technischen Restnutzungsdauer von ca. 30 - 50 Jahre. Die Rohrnetzbewertung mittels Trendprognose von Schadensraten auf Grundlage von Schadensdaten und einer "weichen" Datenbasis (z. B. mittleres statistisches Leitungsalter) wird mit den Ergebnissen der materialtechnischen Zustandsuntersuchung und der darauf basierenden Prognose der technischen Nutzungsdauer präzisiert und erhärtet. Dadurch wird ein sinnvoller und nachhaltiger Finanzmitteleinsatz im Rahmen einer ganzheitlichen Rehabilitationsplanung für städtische Trinkwasserversorgungsnetze ermöglicht und eine hohe Versorgungsqualität gewährleistet.
Weitere Informationen finden Sie unter der Rubrik Leistungen.
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| Abb. 1: Graugussrohr mit ebenmäßig graphitierter Rohraußenwand: Sanieren oder Erneuern? |
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Abb. 2: Metallographische Betrachtung verschiedener Graugussproben, ungeätzt, 50X. Eindeutige Material- bestimmung möglich: Oben links Schleuderguss; Rest Sandguss.
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